Nadine Tanzer: Zwischen Steuern und Yoga

Nadine Tanzer hat ihre Ausbildung als Steuerfachangestellte bei MERGET + PARTNER absolviert und später auch ihre Weiterbildung zur Steuerfachwirtin. Im Jahr 2003 kam sie das erste Mal mit Yoga in Berührung. Aus beiden Welten ist eine Berufung geworden.

Sie arbeiten als Steuerfachwirtin bei MERGET + PARTNER, was macht den Beruf für Sie interessant?
Es ist die Abwechslung auf fachlicher Seite und das Zwischenmenschliche im Kontakt mit Mandanten und Kollegen. Wir arbeiten an Lösungen und vielen facettenreichen Aufgaben – uns ist selten langweilig (lacht). Es gibt jedes Jahr die allgemeinen Neuerungen, durch die Pandemie ist noch einmal eine Vielzahl dazugekommen. Früher lag mein Fokus auf Jahresabschlüssen und Steuererklärungen, mittlerweile hat sich mein Schwerpunkt auf Lohnabrechnungen verlagert. Das Schöne ist, dass es in unserem Fach unterschiedliche Themenbereiche gibt, die man im Laufe seines Berufslebens vertiefen kann.

 

 

Sie sind 2003 das erste Mal mit Yoga in Berührung gekommen und haben hier Ihre Passion gefunden. 2010 ist daraus ein zweites berufliches Standbein geworden. Wie kam es dazu?
Ja, das war sehr interessant. Ich habe mich eher aus Zufall mit einer Freundin zu einem umfänglichen Yoga-Kurs angemeldet. Das war auch gut so, denn nach der ersten Stunde bin ich raus und dachte mir: vieles ist ähnlich zu dem, was ich aus anderen Sportarten kenne, aber auch doch ganz anders.

Nach dem Kurs habe ich ganz schnell gemerkt, dass Yoga was mit mir macht. Ich „verändere” mich spürbar, ich wurde ruhiger und ausgeglichener. Das hat meine Neugier geweckt und ich habe relativ schnell angefangen, mich intensiver damit zu beschäftigen. Daher habe ich Fortgeschrittenenkurse und Workshops besucht. Meine damalige Yogalehrerin hat mir daraufhin schnell die Chance gegeben eine Ausbildung zur Übungsleiterin zu machen, um ihre Vertretung übernehmen zu können. Anschließend folgte die Yoga-Lehrer-Ausbildung.

So wurde es zur ernsthaften Leidenschaft, deren Effekte mein Leben positiv beeinflussen. Ein lustiges Beispiel, ich war mal mit einer Freundin nach einem Workshop in Frankfurt shoppen. Wir sind durch die Läden und haben uns treiben lassen. Ich habe eine Passion für schöne Dinge und hätte mir ohne Yoga sicher etwas zum Anziehen oder Ähnliches gekauft. Seltsamerweise hatten wir beide aber gar nicht das Bedürfnis, uns mit Konsum zu belohnen, schlicht, weil wir bereits einfach rundum zufrieden waren: Zufriedenheit ist ein wunderschöner Effekt, den Yoga mit sich bringt. Neben den gesundheitlichen Aspekten ist es vor allem das, was ich auch gerne Menschen weitergeben mag.

Bei meinen früheren Sportarten habe ich gerne mal nach Ausreden gesucht, um nicht ins Training gehen zu müssen. Heute baue ich meinen privaten Alltag um die Yogastunden herum und es gibt nur wenige Ausnahmen wofür ich auf meine Stunde verzichten würde.

 

 

Die Welt der Zahlen und die Lehre über Körper und Geist. Auf den ersten Blick wirken Ihre beiden beruflichen Welten doch sehr unterschiedlich. Gibt es Gemeinsamkeiten und positive Synergien, von denen Sie in Ihrem Arbeitsalltag profitieren?
Typische Gemeinsamkeiten gibt es keine, wohl aber positive Effekte für den Berufsalltag im Steuerbüro. Seit ich mit Yoga begonnen habe, habe ich trotz der vielen sitzenden Tätigkeit, keine Rückenschmerzen oder Verspannungen mehr. Meine Konzentrationsfähigkeit hat zugenommen, ich bin belastbarer und habe einfach mehr Energie, die ich in meinen Arbeitsalltag einbringen kann. Gerade bei arbeitsintensiven Phasen zum Jahreswechsel – oder das letzte Arbeitsjahr mit Corona, was uns teilweise sehr an unsere Grenzen gebracht hat hilft mir Yoga dabei, besser durch die Zeit zu kommen.

 

 

Sie haben kurz vor dem Lockdown erstmals im Büro Yoga-Stunden angeboten. Wie war die Resonanz und machen viele mit?
Im Laufe der Zeit kamen immer mal wieder Kollegen auf mich zu, dass wir doch mal einen Yoga-Kurs anbieten könnten. Letztes Jahr im Februar haben wir dann „hurra, hurra” zwei Termine zustande bekommen. Die Resonanz war wirklich gut. Wir haben dafür unsere Cafeteria nutzen können, die ausreichend Platz bietet, so dass wir mit 12-14 Kollegen ins Yoga reinschnuppern konnten. Die Übungen haben allen richtig gut getan und es ging dann auch tatsächlich in die konkrete Planung für ein regelmäßiges Angebot. Mit Corona und dem Lockdown kam leider ziemlich schnell der Stillstand. Wir freuen uns aber sehr, wenn es wieder weiter gehen kann.

Sie haben zwischenzeitlich mal den Arbeitgeber gewechselt, sich dann ganz auf Yoga konzentriert und schließlich wieder Ihren Weg zurückgefunden. Warum war ein Wechsel für Sie wichtig und wie war Ihre Rückkehr zu MERGET + PARTNER?
Ich habe eine Horizonterweiterung durch einen Arbeitsplatzwechsel angestrebt. Zunächst habe ich in einer Steuerkanzlei in ähnlicher Größe wie MERGET + PARTNER begonnen. Da hat es mir gar nicht gefallen. Ich habe daraufhin in einem kleineren Steuerbüro angefangen zu arbeiten. Schließlich wollte ich mich ganz auf Yoga konzentrieren. Nach einer Weile habe ich jedoch festgestellt, dass mir der Beruf und die Strukturen fehlen. Als ich dann einen alten Arbeitskollegen von MERGET + PARTNER getroffen habe, bot sich die Gelegenheit im Bereich Lohnabrechnung zurückzukehren.

Es war aufregend, da ich nicht wusste, wie die alten Kollegen meine Rückkehr aufnehmen. Sie haben mich aber alle sehr herzlich empfangen und sich gefreut, dass ich zurück bin. Da ich die Strukturen kannte, habe ich auch nicht lange gebraucht wieder anzukommen, obwohl sich auch einiges seit meinem Weggang, aber auch in der Zeit seit meiner Rückkehr getan hat: die Anzahl der Kollegen ist gewachsen, wir haben andere Strukturen in der Geschäftsleitung, die Arbeitsplätze wurden modernisiert und bereits vor Corona digitalisiert. Als hätte man etwas geahnt…

 

 

Haben sich die Anforderungen im Beruf geändert?
Gefühlt wird alles schneller und mehr. Reaktionszeiten werden kürzer, Fragestellungen komplizierter. Manchmal wäre eine zusätzliche Ausbildung als Versicherungskauffrau, Bankkauffrau oder Sozialversicherungsfachangestellte hilfreich. Arbeitsrecht nimmt einen wesentlich größeren Platz ein. Der Vorteil ist, dass wir nahezu alles unter einem Dach anbieten können, ich kann mich immer direkt an einen unserer Rechtsanwälte wenden. Ein echter Mehrwert. Aber auch mein Bürokollege, der seit über 20 Jahren im Lohnbereich bei MERGET+ PARTNER arbeitet hat beeindruckende Expertise und Erfahrung über die Jahre gesammelt.

 

 

Im Zuge von Corona spielt die Digitalisierung eine tragende Rolle. Wie gehen Sie mit diesem Wandel im Arbeitsalltag um?
Ohne die Auswirkungen von Corona zu ahnen, wurde unser Büro schon vor der Pandemie digital ausgestattet, um für alle flexibleres Arbeiten zu ermöglichen. Alle Kollegen haben Laptops erhalten, es gab neue Headsets und die Telefonanlage wurde erneuert. Der Weg in die digitale Welt lief problemlos. Persönlich bin ich nicht so stark betroffen, weil wir in unserem Bereich weniger Besprechungen mit größeren Gruppen digital halten. Ich bin auch überwiegend im Büro – pandemiebedingt sitze ich zur Zeit alleine im Zimmer. Andere Kollegen decken einen Großteil ihrer Arbeit derzeit im Homeoffice ab. Bilanzbesprechungen werden über Teams geführt. Schön zu sehen ist, dass viele unserer Mandanten sich auf digitale Wege eingelassen haben und gut damit zurecht kommen. Meiner Meinung nach ist der Weg, hin zu mehr Digitalisierung, sehr gut. Ich hoffe dennoch, dass bald alle wieder ins Büro können, denn Zufriedenheit hat viel mit dem Zwischenmenschlichen zu tun (…schmunzelt).

 

 

Lieber Homeoffice oder doch täglich ins Büro?
Ich finde die Mischung aus beidem sehr gut, weil es mir zusätzliche Flexibilität gibt. Unser empfindliches Termingeschäft im Lohnbereich lässt keine Zeitverschiebungen zu. Da finde ich es sehr angenehm, manches im Homeoffice abzuarbeiten und es mir einteilen zu können. Mit dem Laptop auf dem Balkon zuhause funktioniert gut, aber ich bin sehr froh, nicht komplett im Homeoffice arbeiten zu müssen.

Schaffen Sie den digitalen Spagat auch für Ihre Yoga-Kurse?
Nach dem ersten Lockdown lief hier erst einmal gar nichts, da gab es an anderer Stelle viel zu viel zu tun. Ab Mitte Mai fingen andere Schulen an, Stunden über Zoom anzubieten und das haben wir dann auch für uns genutzt. Das Interesse von unseren Kursteilnehmern wurde mit dem zweiten Lockdown größer, weil es viele schon von der Arbeit kannten. Ich habe hier eine Teilnehmerin die über 70 Jahre alt ist und ebenso mit von der Partie ist. Man muss es einfach ausprobieren und viele haben dann festgestellt, dass es eigentlich gar nicht so kompliziert ist. Auch wenn die Stunde über den Bildschirm läuft entsteht eine Verbundenheit. Es ersetzt keinen Live-Kurs, aber es kommt trotzdem was rüber und es schafft eine gute Energie. Viele unserer Yogaschüler sind uns treu geblieben. Gleichzeitig gibt es die Stunden auch als Aufzeichnung, so kann jeder jederzeit unabhängig praktizieren.

 

 

Mit welchen drei Stichworten würden Sie einen typischen Arbeitstag beschreiben?
Vor oder nach Corona (lacht)… FLEXIBILITÄT, UNTERSCHIED, MITEINANDER. Der UNTERSCHIED an täglichen Aufgaben, die immer wieder variieren (FLEXIBILITÄT), in ruhigeren und total hektischen Zeiten. Das MITEINANDER mit den Kollegen, was einen Arbeitstag zusätzlich schön macht. Achso, und PROBLEMLÖSER, das sind dann zwar schon vier Stichworte aber dennoch, wir lösen für unsere Mandanten täglich Probleme, sogar sehr gerne.

 

 

MERGET + PARTNER ist für Sie genau der richtige Arbeitgeber weil…
Weil wir ein modernes, aufgeschlossenes Unternehmen sind, das eine tiefe Wurzel hat. Weil es uns schon sehr lange gibt, mit viel Beständigkeit und Geschichte, aber eben doch modern. Als Arbeitnehmer haben wir viele Möglichkeiten uns beruflich weiterzuentwickeln. Ein schöner Arbeitsplatz mit tollen Kollegen.

 

 

Was wünschen Sie sich für 2021?
Nach einem Jahr mit einer sehr hohen Arbeitsbelastung – aufgrund der Corona-Pandemie – wünsche ich mir ein bisschen weniger Arbeit, also unser normales Arbeitspensum (lacht). Die Zeichen dafür stehen gut. Dann natürlich Gesundheit, dass wir alle gut durch diese Pandemie kommen, auch wenn aus dem Dauerlauf ein Marathon wird. Ich wünsche mir einen Yoga-Urlaub mit Freundinnen, der eigentlich schon lange geplant war UND tanzen bis ins Morgengrauen, auf einer richtig guten Party und wir gehen erst heim, wenn es hell wird.

 

Vielen Dank für den tiefen Einblick. Wir freuen uns auf die nächste gemeinsame Yoga-Stunde.

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